Die Behandlung psychisch Kranker im Dritten Reich ist ein Unrecht, das vielleicht noch länger verharmlost oder totgeschwiegen wurde als die Shoah. In Klingenmünster, wo wir gerade bei einer Wanderung an der dortigen Pfalzklinik vorbeikamen, hat es bis in die 90er Jahre gedauert, bis man sich der eigenen kriminellen Vergangenheit stellte. Inzwischen gibt es am dortigen Friedhof ein Denkmal und erklärende Infotafeln, die auf die Vernichtung von sogenanntem „unwerten Leben” hinweisen.
Unglaublich mutet es allerdings an, dass ein Mittäter der als „Aktion T4” organisierten Mordmaßnahmen später sogar als Klinikleiter fungierte. Es geht um Gerhart Mall, der von 1952 bis 1971 die Pfalzklinik leitete. In der „taz” hat am 6./7.12.1997 Hans-Joachim Lang unter dem Titel „Weggeworfen wie ein angebissener Apfel” dargestellt, wie der spätere Klinikleiter zuließ, dass sein eigener Bruder der Tötungsaktion in Grafeneck zugeführt werden konnte. Er hatte vorher versucht, den Bruder – mit weniger Aufsehen – in der Psychiatrie Weissenau töten zu lassen.
Es gibt Dinge, die mich zumindest sprachlos zurücklassen…


Es ist beglückend, dass der russische Oppositionspolitiker Nawalny gestern kontrolliert aus dem ärztlich eingeleiteten Koma zurückgeholt werden konnte und ansprechbar war. Gott sei Dank. Man muss aber jetzt weiterhin und vielleicht sogar mehr um Navalny besorgt sein: Der Arm russischer Mordanschläge endet nicht an den russischen Grenzen, wie man seit S. Changoschwili (2019) und Sergej Skripal (2018) weiß. Im Fall von Skripal wurde ebenfalls wie bei Nawalny das Nervengift Nowitschok eingesetzt.

Dass nicht wenige migrantische Männer und Jugendliche mit dieser Kleidung herumlaufen, eher unangenehm. Dass aber die Kriegskleidung inzwischen – geschlechtsübergreifend – auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, gibt zu denken. Eine google-Suche nach diesen 4 Stichwörtern camouflage kleidung damen herren lieferte immerhin eine Trefferzahl von Ungefähr 4.790.000 Ergebnissen.
Verglichen damit, dass diese Zeiten wahrlich besondere Anforderungen stellen, sind die Leistungen der aktuellen Bundesregierung insgesamt ganz in Ordnung. Es gibt allerdings personenbezogen Ausnahmen: An erster Stelle fällt mir hier der Name des Verkehrsministers Andreas Scheuer ein.

Kein Mensch käme auf die Idee, diese sorglosen Bilder mit dem wenige Zeit nachfolgenden, von Deutschen begangenen Völkermord in Verbindung zu bringen: Ein knappes Dutzend Mädchen freut sich über das Schuljahresende im Mai 1931 in Berlin. Ich fand diese Bilder ebenfalls im Fotoalbum meiner Mutter. Sie zeigen Lili Cassel (die 1. in der Reihe auf dem obersten Bild), meine Mutter ist dort die vorletzte. Glücklicher Weise konnte Lili Cassel gemeinsam mit ihrer Schwester Ewa zunächst nach England entkommen. Später emigrierte die ganze Familie in die USA.