Heute sichte ich, morgen scan ich, übermorgen…

Ich musste sie mit Zähnen und Klauen verteidigen, diese 20 Bände Brockhaus. Heute zeigt sich, wie sinnvoll nicht nur für den Wissenserwerb solch ein Schwergewicht ist. Im Rahmen des von mir „Peter-Projekt“ genannten Vorhabens habe ich die 6x6cm-Schwarz-Weiß-Negative meines Schwiegervaters fast vollständig eingescannt. Die meisten dieser Bilder erleben gerade die Uraufführung: zum Teil über 60 Jahre fristeten sie ein Scheinleben im Pappkarton.

Mit Hilfe meines improvisierten Leuchttisches kann ich nun – vor dem Scan-Vorgang – besser entscheiden, welche Negative noch einmal mit größerer Sorgfalt oder überhaupt zum ersten Mal eingescannt werden sollen. Ich bin stolz auf meine Erfindung… Bleibt die Frage, wo die zum Teil sehr schönen und für die 50er und z.T. auch 60er Jahre aussagekräftigen Fotos veröffentlicht werden könnten. (s. „Soviel Anfang war nie…”)

Unabhängige Stimmen aus Russland und der Ukraine hören und wahrnehmen

Dass Russia Today den mit dem russischen Regime konformen Schwachsinn in die Welt hinaus pustet, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. Um so wichtiger ist es m.E. unabhängige Stimmen direkt aus Russland und der Ukraine zu hören. Ich fange mal mit dem an, was ich bisher gefunden habe. (Für die russischsprachigen Seiten ist es erforderlich, ein Plugin für den jeweiligen Browser zu installieren, der in die Zielsprache Deutsch übersetzt. Das ging unkompliziert und die Ergebnisse kommen mir treffend vor.)

Zonamedia in Russisch

gulagu.net in Russisch

Dekoder in Deutsch

Doschd in Russisch

The Kyiv Independent auf Englisch

Novaya Gazeta in Russisch, mit englischem Newsletter – z.Z. eingestellt, aktuell wieder präsent

motolko.help in Russisch und Englisch, aus Belarus, dokumentiert z.B. auch wie russische Soldaten Beutegut aus der Ukraine nach Hause schicken

Katapult (Greifswald), in Deutsch, mit Unterstützung ukrainischer Journalistinnen und Journalisten. Zuletzt eher weniger Beiträge zum Krieg in der Ukraine

Meduza – The Real Russia. Unabhängiges Portal mit einem russisch- und englischsprachigen Zweig.

Solltet ihr noch andere vertrauenswürdige Nachrichtenportale finden, bin ich für Hinweise dankbar.

 

Kölner Synagoge in der Glockengasse visualisiert – 9.11.2021

Wahrscheinlich ist diese neue Form der Erinnerungskultur an die Shoah unumgänglich, wenn die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wegsterben. (Ich denke hier besonders an die Opfer, die Täter sind meistens wenig auskunftsfreudig.) Der Architekt und Dozent Marc Grellert (TU Darmstadt) hat seine Erfahrungen mit Antisemitismus in eine besondere Aktion umgesetzt. Er hat es sich gemeinsam mit einer Projekt-Gruppe zur Aufgabe gemacht, durch die Visualisierung einer Reihe deutscher Synagogen dem Vergessen etwas entgegenzusetzen. Fast alle Synagogen waren bekanntlich im Novemberprogrom 1938 von den Nazis zerstört worden. Selten, dass Bürgerinnen und Bürger in den Städten und Dörfern Deutschlands diesem Treiben etwas entgegen gesetzt hätten.

Eine besonders prächtige Synagoge stand in Köln in der Glockengasse dort, wo heute die Oper steht. Sie war im 19. Jahrhundert im sogenannten maurischen Stil nach Plänen des Dombaumeisters Zwirner errichtet worden. Finanziert hatte sie Freiherr von Oppenheim. Auch diese Synagoge brannte am 9.11.1938. Eine Tora-Rolle von dort wurde, nachdem sie durch einen katholischen Priester nach dem Anschlag beiseite gebracht werden konnte, nach dem Krieg der neuentstandenen Synagogengemeinde übergeben.

Am Gedenktag des Novemberprogroms bestand nun in Köln die Gelegenheit, die Visualisierung der zerstörten Synagoge auf einer Großleinwand in der Nähe ihres früheren Ortes zu sehen. Besonders eindrücklich war, mit 3D-Brillen den Innenraum und das Äußere der Synagoge erkunden zu können.

Vier weitere Fotos von mir finden sich hier.

Vom Scheunen-unterwegs-Vehikel, dem EssJuuWieh

Die Ähnlichkeit ist unverkennbar: Sie sind groß, hohl, so windschlüpfrig wie eine Betonmauer, viel umbauter Raum eben. Die Süddeutsche schrieb letztens, dass offenbar das Design der SUVs darauf angelegt sei, in ihnen aufrecht stehen zu können. (Der aufrechte Gang wird – wenn überhaupt – wahrscheinlich nur dort praktiziert.) Und „Schon eure zahl ist frevelˮ (Stefan George): Ein großer Teil (~ 1/3) der ausgelieferten Fahrzeuge europäischer Autoproduzenten fällt mittlerweise in diese Kategorie.

Wo sitzt der Frevel? Viele von diesen Fahrzeugen wiegen 2 Tonnen und mehr. Der zur Bewegung dieser Scheunenfahrzeuge aufzuwendende Sprit ist gigantisch. Alle an anderer Stelle aufgewendeten Bemühungen zur Verringerung des CO²-Ausstoßes werden hier entschieden konterkariert. Die Wirkprinzipien dahinter: cw-Werte und Stirnfläche haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Verbräuche. Dieser Effekt nimmt mit zunehmender Geschwindigkeit überproportional zu. Wenn dann über 2.000 kg bewegt werden bei einer Nutzlast von vielleicht 100 kg, muss man von grober Unvernunft sprechen.

Gut, dass in einigen Städten z.B. in Tübingen Anwohnerparkscheine für SUVs das Zehnfache im Vergleich zu anderen Anwohnerparkscheinen kosten. Außderdem würde ich mir wünschen, dass eine neue Bundesregierung, die Klimaschutz nicht nur auf den Lippen trägt, eine Sondersteuer für Bestands- und neue SUVs in Höhe von mindestens 3.000 € erhebt.

Als im Juli Bilder von den verheerenden Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz, NRW, Belgien und Holland über die Sender gingen, konnte ich mich beim Anblick dieses Bildes einer gewissen Schadenfreude nicht erwehren.

Menschen, die überproportional mehr zum CO²-Ausstoß durch Individualverkehr beitragen, könnten – wenn’s gut geht – bei solchen Bildern ein bisschen ins Nachdenken kommen. Immerhin tragen sie überproportional dazu bei, dass es überhaupt zu solchen unerfreulichen Bildern kommt.

Der digitale Enkeltrick

Ungefähr einmal pro Woche, manchmal aber auch mehrere Tage lang in rascherer Abfolge, erhalten wir Anrufe des Typs Hello, this is xy from Microsoft…. An dieser Stelle haben die verehrten Damen und Herren dann allerdings unsere Geduld genug strapaziert und wir legen auf.

Was wollen diese Menschen? Eine Freundin von uns war entgegen kommender und hat sich auf diesen Dialog eingelassen. Bevor die Täter allerdings dann Schadsoftware (Ransomware) – quasi unter Aufsicht und mit Zustimmung der Freundin – auf dem Rechner plazieren konnten, war zum Glück die Tochter der Familie präsent. Die Internetverbindung wurde noch rechtzeitig gekappt, bevor Schlimmeres passieren konnte.

Mein Gegenmittel lautet: Ankommende Rufnummer auf die Liste der gesperrten Rufnummern setzen. Das verhindert weitere Anrufe nicht, macht es aber zumindest lästiger für die Kriminellen.

Wie geht ihr / wie gehen Sie mit solchen Anrufen um? Ich bin vermutlich kaum der einzige, der solche Anrufe erhält.

Siehe auch “Mit der „Microsoft-Masche“. Wie Telefonbetrüger Kölner um fast 250.000 Euro bringen”

calliope und micro:bit mit neuer Ausstattung

Lange Zeit war die Vorläuferversion 1.3 von calliope nicht lieferbar. Jetzt gibt es calliope mit einem rudimentären Dateisystem. Das erlaubt, 25 Programme auf dieser Platine für die Programmiereinführung an Schulen parallel vorzuhalten. Den Hauptvorteil sehen die Macher der Platine darin, diese im Fachunterricht nun ohne vorherige Nutzung der oft genug beschränkten schulischen Computerarbeitsplätze zu nutzen. Der Preis ist ein wenig auf ~39 € angestiegen.

Ein großer Vorteil der calliope-Platine gegenüber der kostenlos an englischen Schulen abgegeben micro:bit-Platine bleibt aber bestehen: Der sternförmige Aufbau der Platine produziert weniger Kurzschlüsse und zerstörte Platinen als die dafür anfällige micro:bit-Platine.

Zusätzlich zu den vorhandenen Programmierumgebungen bei calliope (Open Roberta, Makecode) kommen neuerdings SEGGER Embedded Studio, abbozza! Calliope und TigerJython 4 Kids hinzu. Schon länger existiert die Möglichkeit, auch mit Swift zu programmieren.

Auch die micro:bit-Platine legt eine neue Hardware-Version vor: Das Gegenstück zur calliope-Platine verfügt nun über ein Mikrofon, einen Lautsprecher und einen Berührungssensor auf. Außerdem wurde die Rechenleistung verstärkt. Einen Berührungssensor hat calliope onboard nicht.

Noch mehr den spielerischen Charakter betont ein Spielzeug, das wie die calliope- und micro:bit-Platinen mit Scratch- oder Scratch-ähnlichen Programmierumgebungen gesteuert werden kann. Hier beginnen die Preise bei 84 €.

Boeing-Mitarbeiter offenbart weitere haarsträubende Interna

Letztes Jahr schon hatte der 34jährige Boeing-Ingenieur Curtis Ewbank Aufsehen erregt, als er sich öffentlich über die gravierenden Fehler im Design und in der Produktion der Boeing 737 MAX beklagte. Wie die Seattle Times nun wieder mitteilte, hat er gerade erneut in einem Bericht an einen Ausschuss des US-Senats schwere und grundsätzliche Mängel dieses Flugzeugs kritisiert.

Fast noch schwerer wiegt seine Kritik an der Aufsicht führenden FAA-Behörde: “If the FAA was truly regulating in the public interest, it would take action against Boeing for its continued deception and gross errors in the design and production of the 737 MAX by withdrawing Boeing’s production certificate.” [Würde die FAA wirklich ihre Regulierungsfunktion im öffentlichen Interesse ausüben, würde sie gegen Boeing wegen des fortgesetzten Betrugs und der groben Design- und Produktionsfehler bei der Boeing 737 MAX vorgehen, indem sie das Freigabe-Zertifikat für deren Produktion zurückziehen würde.]

Wer mag sich – frage ich mich – jemals in dieses Flugzeug setzen wollen? Vielleicht ist das aber auch der Versuch Boeings, den Umfang des Flugzeugverkehrs deutlich herabzusetzen. Da hätten sie meine volle Unterstützung…

Siehe auch Designfehler wie für ein Lehrbuch

Zu Hause programmieren lernen – calliope-Platinen werden verschenkt

Die calliope-Platine ist eine erfolgreiche Gemeinschaftsarbeit von verschiedenen Forschungseinrichtungen und einer privaten gemeinnützigen Firma. Eine an Scratch angelehnte Programmiersprache macht das Einfügen neuer Befehle so einfach wie das Zusammenfügen von Puzzle-Teilen. Sehr einfache, aber auch ziemlich anspruchsvolle Anwendungen lassen sich verblüffend rasch herstellen. Wem die Sensoren auf der Platine nicht reichen, bindet externe ein. So genial!

Wie die c’t meldet, bietet das Fraunhofer IAIS-Institut nun für 2000 Kinder und Grundschullehrer (leider auf NRW beschränkt) die Platine kostenlos an. Die unfreiwilligen Covid-19-Ferien lassen sich so sinnvoll füllen.

Zelluläre Automaten – ein altes GMD-Tool ausgegraben

Bei der aktuellen Covid-19-Epidemie spielen Modellrechnungen eine große Rolle. Für solche epidemiologischen Berechnungen lassen sich auch zelluläre Automaten verwenden. (Ob dies heutiger Stand der Technik ist, kann ich nicht beurteilen). Ein bekanntes Beispiel für einen zellulären Automaten ist Conveys Game of life.

Beim Aufräumen auf dem Rechner fiel mir das Tool CAT (Cellular Automaton Tool) in die Hände, das vor Jahren in der GMD programmiert wurde. Das Tool CAT erlaubt es, mit einer einfachen Beschreibungssprache in Form sog. Recipes zelluläre Automaten zu formulieren. Bei diesem Programmierparadigma ist es möglich, in einer Matrix das Verhalten einer Zelle in Abhängigkeit der umgebenden Zellen zu verändern. Es ist mir nicht gelungen, unter gängigen Windows-Versionen das CAT-Tool zum Laufen zu bringen. Ich kann aber hier – für Interessenten – zumindest das Handbuch vorlegen.

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