Ein wichtiger Begriff ist für mich in den letzten Jahren Wertschätzung geworden. Er ist deutlich von Begriffen, die zu einem Bullshit Bingo einladen, abzusetzen. Der Begriff bedeutet für mich, zunächst mal jedem Menschen einen Wert zuzumessen und dementsprechend mit ihm oder ihr umzugehen. Wenn ich hier diesem Wert ausnahmsweise mal nicht entspreche, dann deswegen, weil Herr Woelki ihn in seiner öffentlichen Funktion nach meiner Wahrnehmung selbst kaum beherzigt und weil der von ihm verursachte Schaden so immens ist. Der Privatperson Woelki gilt, wie uns allen anderen auch, dass sie die besondere Form der Wertschätzung durch Gott genießt, unüberbietbar geliebt zu sein.
Bischofsamt
Die Gemeinden der Urkirche haben die Leitungsfunktionen, die sich in einer dynamisch vergrößernden Organisation als nötig erwiesen, in das Bild des „Hirten” gekleidet. Dies war ein Reflex auf die agrarische Grundlage ihrer Gesellschaft. Ein Hirt ist jemand, wie vor allem im Johannes-Evangelium ausbuchstabiert wird, der den Schafen (in diesem Bild also den Gläubigen) nachgeht und jede Sorge auf sie verwendet. (Joh 10,14-16). Auch bei Jeremia, Jesaja, Hesekiel, in den Psalmen bei Matthäus und Markus wird von Hirten im Sinne dieser Leitungs- und Fürsorgefunktion gesprochen. Man sollte also annehmen, wenn Bischöfe sich in der Tradition dieser Hirten sehen (vgl. den Bischofsstab), dass sie diesem Leitbild gerecht zu werden versuchen.
Wie anders ein Woelki: Es ist ihm nicht nur offenbar egal, dass Tausende im Kölner Bistum der Kirche den Rücken kehren. Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass er mit einem gewissen Vorsatz die katholische Kirche im Rheinland gegen die Wand fahren will.
Er hat zusätzlich bei dem Versuch (übrigens auch von einigen Bischöfen unterstützt) unter dem Titel „Synodaler Weg” neue Wege zu beschreiten, ein grobes Foulspiel begangen. Er hat zusammen mit 4 weiteren deutschen Bischöfen scheinheilig in Rom nachfragen lassen: „Muss ich am »Synodalen Ausschuss« teilnehmen? Darf ich daran teilnehmen?” (KStA 23.1.23) Der »Synodale Ausschuss« ist als Vorstufe zu einem Synodalen Rat gedacht. Woelki hat damit mit nicht überbietbarer Deutlichkeit klar gemacht, dass ihm jeder Ansatz, Kirchenleitung neu zu denken, zutiefst zuwider ist. Er hat sich dabei mit dieser Schein-Anfrage im Vatikan zum Spiel über Bande entschlossen. Von einem solchen „Hirten” braucht katholische Kirche also keine Impulse zu erwarten, wie ein Paradigmenwechsel zu einer Kirche erfolgen soll, in der nur vereinzelt Priester (hoffentlich sehr bald Diakoninnen), im wesentlichen aber Getaufte und Gefirmte das Gros der Weitergabe der Frohen Botschaft übernehmen müssen.
Alleine aus diesem Grund sollten Sie jetzt endlich zurücktreten, Herr Kardinal. Wenn selbst Schützenbrüder, Karnevalsgesellschaften oder Pfarrgemeinden (jüngst im Westerwald) den Rückzug antreten, sobald Sie auf der Bildfläche erscheinen, ist nichts mehr zu reparieren.
Ceterum censeo Woelkium esse retractandum…*
*Im übrigen meine ich, dass Woelki zurücktreten muss.(lat.)

Zugegeben, allein die Gattung zu bestimmen, fällt schwer: Reden wir von einem Theaterstück, einem Mysterienspiel, einer Oper…? Die Kirchengemeinde in Bickendorf und Ossendorf (BiOs) war schon immer gut, spektakuläre kulturelle Veranstaltungen im kirchlichen Raum aus der Taufe zu heben. Besonders in Erinnerung ist mir noch eine Space Night mit Gustav Holst’ Planeten-Musik, dem Kubrick-Film 2001: Odyssee im Weltraum und einer geplanten Live-Schaltung zur ISS-Raumstation vor ungefähr 20 Jahren.

Heute hat die Ukraine es geschafft, 365 Tage dem Angriff russischer Truppen zu widerstehen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist für Europa – gerade für uns hier im Westen – bedeutsam, dass der 6. Akt sowjetischer oder russischer Aggression (Einmarsch in Polen 1939, Okkupation des Baltikums 1940, pro-sowjetischer Umsturzversuch in Litauen im Januar 1991, Krieg gegen Georgien 2008, Okkupation der Krim 2014) nicht mit vornehmer Zurückhaltung aus der Ferne „ausgesessen” wird. Die Ukraine verteidigt uns mit, meine Damen. Denn nicht nur Moldavien sieht sich aktuell konkreter Bedrohung und Umsturzplänen gegenüber. Es gibt in Russland genügend Kräfte, die vom Feuerball über Berlin phantasieren oder gleich bis Lissabon durchmarschieren wollen.
Noch im Ohr, wie Putin in seiner 