Gotteslob würdigt Jochen Klepper und nimmt Lieder von ihm auf

Das Gesangsbuch für die katholische Kirche in deutschsprachigen Ländern heißt jetzt schon in der zweiten, völlig neu bearbeiteten Auflage Gotteslob. Es hat in mancherlei Hinsicht gewonnen. Die schönen Grafiken von Monika Bartholomé haben die Bleiwüste der Vorgängerversion „durchlüftet“. Dieses Buch lädt ein, auch einfach mal nur so durchgeblättert zu werden.

Noch wichtiger aber sind inhaltlich neue Dinge. Katholische Kirche zeigt sich hier mal ihrem Namen entsprechend (gr. katholikós allumfassend) offen und hat zum einen eine Anzahl fremdsprachiger Lieder berücksichtigt. Diese stammen beispielsweise aus dem englischen (Wait for the Lord GL 732), spanischen (Nada te turbe GL 813), französischen (La ténèbre GL 812) oder griechischen Sprachraum (Hágios ho Theós GL 300,2). Dass die ausdrucksstarken Lieder von Huub Osterhuis weiter vertreten sind, darf man als Erfolg gegen Hinterwäldler hervorheben.

Zum anderen wird mit Jochen Klepper ein Liedautor gewürdigt, der es schon lange in die evangelischen Gesangsbücher geschafft hat. Seine Liedtexte wurden – zu Unrecht wie ich meine – von seiner tragischen Lebensgeschichte überschattet. Jochen Klepper (*22.3.1903 – †11.12.1942) war ein evangelischer Pfarrerssohn, Schriftsteller und Journalist – ein Grenzgänger par excellence. Wegen seiner labilen Gesundheit beendete er sein Theologiestudium nicht. Er reüssierte jedoch mit Der Vater, einem Roman über Friedrich Wilhelm I. von Preußen und mit Der Kahn der fröhlichen Leute, einem Heimatroman. Außerdem gelang es ihm, im Vorwärts und im Wochenblatt Unsere Kirche zu publizieren. Auch im neuen Medium Rundfunk konnte er Beiträge plazieren.

Gotteslob würdigt Jochen Klepper und nimmt Lieder von ihm auf weiterlesen

Bewegung bei der alten Tante: Bestattungsdienst

Über katholische Kirche im allgemeinen und im Kölner Erzbistum im besonderen zu berichten, ist selten Grund für Freude und Zuversicht. Um so schöner, wenn es in der Phalanx von Negativmeldungen mal etwas Positives mitzuteilen gibt.

Es gibt ihn jetzt tatsächlich, den Bestattungsdienst für Laien, meine Frau ist bei einer der ersten Runden der Ausgebildeten gewesen und jetzt auch praktisch tätig. Im hiesigen Bistum! Für nicht wenige der Hinterbliebenen ist es quasi epochal, dass jetzt auch eine Frau ohne ein kirchliches Amt am Tisch sitzen kann, die im Trauergespräch begleitet und die wichtigen Dinge für die Gestaltung der Beerdigung erfragt und entgegen nimmt. Und dann noch die Beerdigung selbst durchführt.

Großer Glückwunsch, Birgit, und kleine Glückwünsche auch an die alte Tante. Es bleibt aber noch viel Luft nach oben, meine Beste, zum Beispiel das Diakonat für Frauen. Wohlan! Wichtig wäre zudem, dieses Ehrenamt – aus der Not geboren – erkennbar wertzuschätzen.