Rattenbiotop gedeiht unter Aufsicht

Tierliebe oder was manche Leute dafür halten, geht manchmal seltsame Wege. Eine Person, die immer wieder, vor allem sonntags, Mais in diesem Baumbeet am Ausgang der U-Bahn zur Leonard-Tietz-Straße hin ausbringt, pflegt damit nachhaltig die stattliche Rattenkolonie. Wer sich davon überzeugen will, gehe bei Anbruch der Dämmerung mal an diesem Bereich vorbei und kann sich von der Anwesenheit vieler dieser Tiere überzeugen. Die Ratte, die mir im letzten August hier gegen 21 h entgegen wuselte, war jedenfalls deutlich über 50 cm lang.

Das alles ist dem Ordnungsamt schon länger bekannt, zumal auch die Zentralbibliothek nicht glücklich mit diesen tierischen Nachbarn ist. Der / die betreffende Rattenpfleger*in erhielt wohl auch schon mal Ansagen, möglicherweise sogar ein Bußgeld. Dies blieb aber bislang ohne Wirkung. Schon den vierten Sonntag hintereinander habe ich solche Maisflächen gefunden. Dem Vernehmen nach hieß es – als ich wiederholt auf das Problem hinwies – man habe keine Handhabe.

Leev Lükscher, dat kann doch nit wohr sin möchte ich gerne auf Kölsch antworten. Oder Hochdeutsch: Liebes Ordnungsamt, lass dir was einfallen. Irgendeine Handhabe muss es doch geben, damit in der Nähe eines der zentralen Plätze dieser Stadt nicht die Leute vergrault werden. Auch den Obdachlosen gegenüber, die sich gerne hier aufhalten, besteht eine Fürsorgepflicht. Ratten wurden übrigens auch für die Ausbreitung der Pest in früheren Zeiten verantwortlich gemacht. Ordnungsamt, mach was!

P.S. 10.6.21: Das Ordnungsamt hat tatsächlich was gemacht! Das Futter für die Ratten wurde im Mai nicht mehr ausgebracht. Wenn das anhält, kann ich diesen Artikel auch löschen. Schön, wenn mal was in Köln klappt. Ich fühle mich da nicht sehr verwöhnt…

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