
Für manche mag die Freilassung von Julian Assange in der letzten Woche ein Aufatmen wert gewesen sein. Die Heroisierung von Assange habe ich jedoch noch nie verstanden: Er hat hochsensibles Material veröffentlicht auf der von ihm beförderten Plattform Wikileaks auch auf die Gefahr hin, dass Menschen dadurch Verfolgung und Tod ausgesetzt waren. Auch frühere Mitstreiter wie Daniel Domscheit-Berg haben sich daraufhin von ihm distanziert.
Sein Hass gegenüber der USA hat ihn in seinem manichäischen Weltbild dazu geführt, massiv auf die Präsidentenwahl 2016 Einfluss zu nehmen. Vermutlich hat die Veröffentlichung von Emails, die illegal (und mit Hilfe des russischen Geheimdienstes GRU) beschafft worden waren, Hillary Clinton die entscheidenden Stimmen gekostet. Mit Trump hatte Assange keine Probleme. Assange wurde folgerichtig auch von Trump gelobt.
Wer sich begründet vor der nächsten Präsidentschaftswahl in den USA fürchtet, sollte mal in sich gehen: Wieviel Anteil hatte und hat J. Assange daran, dass wir uns mit diesem überaus gefährlichen Trump-Weirdo überhaupt herumschlagen müssen?
Projektion ist gerade auch ein Thema in der Linken, wie sich seit über 100 Jahren zeigt. Damals waren viele Intellektuelle von Stalin an einem gewissen Punkt desillusioniert. Heute sollten alle mal überlegen, ob ihre Begeisterung für J. Assange tatsächlich begründet ist. Zu Putin ist Assange übrigens nie etwas eingefallen. Wozu auch, er hat mit ihm erfolgreich kooperiert.
Ein sehr ausführlicher Artikel zu diesem Thema findet sich in der Süddeutschen (leider kann ich ihn nicht abdrucken):
Das Buch “Ein Gott der keiner war” ist 1950 zuerst im Europa-Verlag, Schweiz, erschienen. Meine dtv-Ausgabe stammt aus dem Jahr 1962. Die gesammelten Texte stammen von Arthur Koestler, Ignazio Silone, Richard Wright, André Gide, Louis Fischer und Stephen Spender. Jeder dieser Autoren ist seinen eigenen Weg gegangen, um seine verlorenen Illusionen zu dokumentieren. Illusionen über den Kommunismus, des sie mal für eine große Hoffnung für die Menschheit gehalten hatten. Auch wenn nur wenige heute noch Hoffnungen auf den Kommunismus richten, gibt es genug andere Ideen, die ähnlich Projektionen und Illusionen nähren.




Zunächst eine persönliche Bemerkung: Ich bin selbst in den siebziger und achtziger Jahren einige Male Teilnehmer der Ostermärsche gewesen. Die Bedrohung einschließlich eines möglichen Atomschlags für beide sich gegenüber stehenden Lager im Westen und im Osten erschien mir damals nur durch einen Gewaltverzicht erreichbar.
Dieses Jahr sind die Fastenregeln (kein Essen, kein Trinken während des Tages) besser zu ertragen. Was mich heuer befremdet, ist die abendliche Ramadan-Beleuchtung zum Beispiel auf der Venloer Straße. Ich hätte überhaupt kein Problem mit solch’ einer Wertschätzung religiösen Lebens, wenn sie nur minimal auf Wechselseitigkeit beruhen würde. Blicke ich jedoch auf die Türkei oder – noch schärfer ausgeprägt – auf Aserbeidschan, kann ich dort nur eine gezielte Unterdrückung der christlichen Religion feststellen. In Aserbeidschan werden im Gebiet von Berg Karabach jahrhundertealte Kirchen unwiederbringlich zerstört. Nichts und niemand soll daran erinnern, dass hier Christinnen und Christen über Jahrhunderte gewohnt haben. In der Türkei geht die aktive Verdrängung alles Christlichen etwas subtiler vor sich: Umgehungsstraßen oder andere Straßenprojekte werden vorzugsweise dort entlang geführt, wo sich noch Überreste von Kirchen und Kapellen befinden. Mit juristischen Winkelzügen wird in Istanbul verhindert, dass armenisch-stämmige Christen ein Priesterseminar, das ihnen vor dem Genozid gehört hat, wieder nutzen können.