Diese Frage gehört sicher zu denen, die sich irgendwann im Leben für jede und jeden stellen. Meine Hochachtung bei der Beantwortung dieser Herausforderung gehört Samuel Koch. Er hatte vor 10 Jahren in der Gottschalk-Sendung Wetten, dass… einen Sprung über mehrere Autos gewagt und sich dabei die Wirbelsäule schwerwiegend verletzt. Er ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt und sitzt im Rollstuhl.
Koch hat es aber verstanden, als Schauspieler und im Privatleben durch ungewöhnliche Mittel ein Maximum an selbstgestaltetem Leben zurück zu gewinnen. So hat er beispielsweise als Schauspieler den Faust aufgeschnallt auf Mephisto gespielt und so eine Rollenperformance gegeben, die sicher in die Theater-Geschichte eingehen wird. Auch bei seiner Hochzeit hat er zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen: Weil er die feste Überzeugung besaß, einen Hochzeitswalzer mit seiner Frau tanzen zu müssen, wurde eine entsprechende Hilfskonstruktion gebaut. An ein Drahtseil über eine Hängekonstruktion gekettet, konnte er den Eröffnungstanz tun.
Kein Mensch wünscht sich Lernprozesse dieser Art, die brutal mit dem Holzhammer erfolgen. Manchmal kommt man aber um (im günstigsten Fall weniger) dramatische Ereignisse im Leben nicht herum. Im besten Fall lehren sie einen Demut und Freude an dem, was trotzdem noch geht, was war und wie man sich neue Gestaltungsmöglichkeiten schafft. Christen und Christinnen, zu denen auch Samuel Koch gehört, haben – wenn es gut läuft – einen leichteren Zugang zu Demut. Hut ab vor Ihnen, Samuel Koch.
Ein Interview aus der Süddeutschen Zeitung mit ihm findet sich hier und ein kleiner youtube-Film hier. Eine sehr eindrucksvolle Foto-Text-Reportage , ist leider nur im SZ-plus-Format verfügbar. Und hier noch ein früheres SZ-Interview.
*This image (siehe oben) was originally posted to Flickr by Medienmagazin pro at https://flickr.com/photos/41251841@N08/7175557516. It was reviewed on 29 December 2015 by FlickreviewR and was confirmed to be licensed under the terms of the cc-by-sa-2.0.

Viele, die wie ich in den 70ern und 80ern ihren Liebsten, Freunden und sich selbst Musikzusammenstellungen auf Kassette kreiierten, stehen jetzt erst mal vor einem Haufen Müll. Das letzte Kassettendeck in der Stereoanlage hat bei mir seinen Geist bereits aufgegeben. (Leider war es mir auch nicht gelungen, die ausgeleierten Antriebsriemen zu ersetzen.)
Die Zahlen bei den Schutzimpfungen gegen Covid-19 sind ernüchternd: Deutschland erreicht bis 3.3.21 6.604.578 Impfungen, Köln 46.514 (bis 4.3.21). Legt man das Tempo von damit erreichten 694 Impfungen in Köln pro Tag zu Grunde, würde es weitere 941 Tage dauern, bis 700.000 der einen Million Kölner Einwohner geimpft wären. Das sind fast 3 Jahre! Ein ähnliches Ergebnis stellt sich ein, wenn Deutschland betrachtet wird: Selbst wenn ein bescheidenes Ziel formuliert wird und nur 50 Millionen weitere Deutsche geimpft werden sollen, würde dies – mit dem bislang erreichten Tempo (98.576 Impfungen / Tag) weiterbetrieben – noch 507 Tagen dauern.
Migration ist wie viele andere soziale Phänomene nach beiden Seiten offen: Sie eröffnet Chancen der Begegnung von Kulturen und Menschen. Sie produziert aber genauso Haltungen und Taten, die eine offene Gesellschaft nicht akzeptieren kann.
Christinnen und Christen weht zur Zeit ein rauher Wind um die Nase. Das hat mit der sattsam bekannten zögerlichen Bearbeitung des Skandals um sexualisierte Gewalt zumal hier im Kölner Bistum zu tun. Gott sei Dank gibt es mehr zum Thema Christentum, mit dem sich die Beschäftigung lohnt und die positive Seite des Christentums ins Licht rückt. Ein Beispiel ist der Diognet-Brief – etwa aus dem Jahr 190 n. Chr. – der ein erstaunlich selbstbewusstes und hoch-attraktives Christentum demonstriert: Gerade die Gastfreundschaft brachte der Untergrundreligion Christentum vor der Konstantischen Wende viele neue Anhänger.
Schön ist es nicht, an das heute erinnert werden muss: Am 27.1.1945 erreichten russische Truppen das Vernichtungslager Auschwitz und konnten zumindest einige wenige Jüdinnen und Juden vor der Vernichtung bewahren. Es ist aber konstitutiv für die Bundesrepublik Deutschland, dass dieser beispiellose Genozid nicht relativiert oder sogar als Fliegenschiss in der deutschen Geschichte (Gauland, AfD) verharmlost wird, sondern erinnert wird. Das soll kein weiteres mal geschehen, weder hier noch sonstwo.
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