„…Sex mit Kindern”

Ein Junge in der Nachbarschaft geht demnächst zur Kommunion. Als er das in der Klasse mitteilt, bekommt er zu hören „Bist du verrückt, die haben Sex mit Kindern”. Leider wohnt diesem Satz einige Wahrheit inne: 3677 Missbrauchsfälle sind 3677 Missbrauchsfälle zu viel. Und auch jetzt scheint der Ernst der Lage bei nicht bei allen Leitungspersonen in der katholischen Kirche gesackt zu sein. Für diese Kirche kann ich mich angesichts dieser Missbrauchsfälle nur heftig schämen. Leute, die wie der Jesuit Klaus Mertes nichts weniger als eine Kopernikanische Wende fordern, sind leider noch immer die Ausnahme. Empörung ist berechtigt, gleichzeitig kann ein Blick auf andere Religionsgemeinschaften und gesellschaftliche Gruppierungen nicht schaden.

Starten wir bei einer großen Religionsmeinschaft, deren Stifter eine seiner Ehefrauen im Alter von 6 Jahren in seinen Haushalt aufnahm, als er selbst 49 war. Die Ehe vollzogen wurde mit dem Mädchen im Alter von 9 oder 10. Für mich hat das nicht nur ein Geschmäckle, sondern schon einen sehr derben Geschmack. Man könnte sagen Olle Kamellen, die Maßstäbe im 6. und 7. Jahrhundert waren andere und könnte zur Tagesordnung übergehen.

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Dä Schnäuzer is fott – und braucht auch nicht mehr wieder zu kommen

im Abgang am schönsten…

Ein Gast, so kenne ich das, lädt sich nicht selbst ein und pöbelt auch vorher nicht rum (Deutschland praktiziere Nazi-Methoden hat Erdogan noch im März 2017 getönt). Heute nun hat er – einen Kilometer von hier – die Moschee an der Venloer Straße in Köln eingeweiht, die mal als Wegweiser für einen in die deutsche Gesellschaft integrierten Islam dienen sollte. Diese Vorstellung kann man abhaken, vor allen Dingen weil der Bauherr Ditib in den letzten Jahren durch polarisierende Maßnahmen (Bespitzelung von Gemeindemitgliedern durch Hocas, Aufkündigung der Zusammenarbeit mit Leuten wie Schramma und Reker aus der Kölner Stadtgesellschaft…) auffiel.

Die Stadt zwischen Subbelrather Straße – Innenstadt – Vogelsanger Straße – Gürtel glich heute einer Belagerungszone und selbst die U-Bahn verkehrte teilweise nicht mehr. Diese Einschränkungen sind aber ein Klacks verglichen mit der Unfreiheit, die zum Beispiel die Presse oder die Oppositionsparteien in der Türkei hinnehmen müssen.

Was mich wirklich befremdete war, mit welcher Euphorie die Leute in der Nähe der Moschee standen, um Erdogan zuzujubeln. Ich fühlte mich ein wenig an die messianische Erwartungshaltung erinnert, die auch einem Hitler entgegen gebracht wurde. Dabei steht der Schnäuzer aktuell für eine Inflationsrate von 17 % (die natürlich Deutschtürken hier nur sehr indirekt fühlen)!

Ich wünsche mir, dass der Herr mit dem Schnäuzer bei allem Wohlwollen, was man Zuwanderern gegenüber üben kann, die nächsten 10 Jahre nicht mehr eingeladen wird. Wenn sich Menschen aus der türkischen Community so zu ihm hingezogen fühlen, dass sie seine Abwesenheit nicht verschmerzen, ist es ein leichtes, jeder Zeit in die Türkei zurückzufliegen. Türkischstämmige Kölner, die trotz aller Widerstände an einer Entwicklung einer Zivilgesellschaft in der Türkei arbeiten, besitzen hingegen meine volle Sympathie.

Vom Hochgrat nach Hittisau

Der Kammweg vom Hochgrat in südwestlicher Richtung lässt sich Richtung Falken und Hochhädrich (da ist ein Klettersteig zu bewältigen) oder in Richtung Hittisau über verschiedene Alpen (nur wenige bewirtschaftet) abwärts nach Österreich machen. Ich habe mich im Sommer für letzteres entschieden und habe mich die letzten 2-3 km von einem Wanderparkplatz aus mitnehmen lassen. Von Hittisau gehen mehrere Busse pro Tag zurück nach Oberstaufen. Wem die Intervalle zu groß sind, hält den Daumen raus…

Über Brunnenauscharte zum Hochgrat

Der westlich von der Seilbahn zum Hochgrat gelegene serpentinenförmige Weg ist zwar gut ausgebaut, aber überlaufen und man hat auch noch Mountainbiker am Hacken. Spannender, aber anstrengender ist der Aufstieg über die Brunnenauscharte. Dazu von Lanzenbach im Tal in östlicher Richtung gehen, bis der Bergweg zunächst über Wiesen und Wälder zum Teil recht steil nach oben führt. Der letzte Teil des Weges ist mit Bohlen und Tritten ausgebaut, wovon manches reparaturbedürftig ist. Tolle Aussicht vom Kamm!

Wer noch mehr Bergluft schnuppern will, kann oben sich nach links wenden und zum Rindalphorn weitergehen. Achtung: Die letzten 100 Meter zum Gipfel sind schon ein wenig kitzelig für Flachlandtiroler wie mich.

Einkehrmöglichkeit auf einer Alp etwa in halber Höhe zum Kamm. Der Weg hat 968 Höhenmeter und umfasst 5,3 km. Dauer: etwas mehr als 3 Stunden. Auf der Bergstation der Hochgratbahn Einkehrmöglichkeit vor der Talfahrt.

Weissach – Hündlekopf – Prodel – Denneberg – Talstation Hochgratbahn

Von Weissach aus zur Talstation der Hündlebahn und dort bis zur Bergstation. Von dort in südöstlicher Richtung zum Prodellift, talab und wieder talauf durch ein (ausgetrocknetes) Bachbett, eine Art Klamm, zum Denneberg, anschließend in Serpentinen runter zur Talstation der Hochgratbahn. Kuhwiesen müssen gequert werden. Dauer: 4 Stunden 30 Minuten

Surfin’ the Oberallgäu

Alter Hund und bedürftige Schwiegermutter ließen es diesen Sommer nicht zu, nach Irland zu fahren. Sad enough… Aber auch Deutschland bietet Plätze, an denen wir immer wieder gerne gewandert sind wie Oberstaufen im Oberallgäu. Das Charmante an Oberstaufen ist die mit der Kurtaxe erworbene Oberstaufen Card. Mit ihr lassen sich die öffentlichen Busse und Bergbahnen, aber auch ein Luxusbad mit wenigen Einschränkungen, was Vielfachnutzungen an einem Tag angeht, kostenfrei verwenden.

Hier ein Hinweis auf ein paar mögliche Wanderungen, die sich dort machen lassen und bei denen die Oberstaufen Card von Nutzen ist. Für Ruhetage bieten sich Wangen, Isny und Ravensburg als Ausflugsziele an.

Weissach – Hündlekopf – Denneberg – Prodel – Talstation Hochgratbahn

Zum Hochgrat über die Brunnauscharte

Vom Hochgrat nach Hittisau

Frohburg – genial gescheitert

Guntram Vespers Frohburg kommt schon rein äußerlich als Schwergewicht daher: Die über 1000 Seiten umfassende Veröffentlichung beim Lesen zu handhaben kräftigt in jedem Fall die Handmuskulatur. Der Buchumschlag verheißt einen Roman, einschränkend und lakonisch heißt es aber mit Fontane im Vorspann Für etwaige Zweifler also sei es ein Roman!

Gleich der Start steckt mit einem Nomen-Staccato räumlich und zeitlich den Rahmen ab, in dem die Erzählung spielt. Sie greift über das Leben des Ich-Erzählers von 1941 an auf die Generationen der Eltern und Großeltern aus und startet etwa 1906. Die letzten Ereignisse im Buch stammen dann aus dem Jahr 2012. Dreh- und Angelpunkt ist das titelgebende Frohburg, eine sächsische Kleinstadt südlich von Leipzig im Dreiländereck von Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Weniger eine äußere, linear erzählte Handlung als vielmehr assoziativ verknüpfte Begebenheiten, häufig ausgelöst durch signifikante Straßen, Hauswinkel oder andere topographische Größen, ergeben trotzdem in der Summe die Familiengeschichte Vesper. Hier ist Literatur geworden, was man Familiennarrativ nennen kann, wenn in vertrauter Runde Geschichten und Dönekens zusammengetragen werden. Da dies definitiv ausstirbt im Zeitalter der allgemeinen Digitalverdaddelung, werden zukünftige Leserinnen und Leser Frohburg auch als ein Stück vergangene Sozialgeschichte lesen können.

Ein Nebenstrang des Romans ist die Buchgeschichte des Ich-Erzählers: Sie enthält, was er gerade gelesen hat oder welche Buchausgaben in der Familie erworben und – wie besonders beim verstorbenen Bruder – gehortet wurden. Zu dieser Ebene von Frohburg gehören die reale Begegnung mit einem Schriftstellerkollegen wie Kempowski, aber auch die nacherzählte oder ausgemalte Begegnung mit so unterschiedlichen Autoren wie Hans Mayer, Ernst Bloch, Uwe Johnson oder – Karl May.

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Kirchen am und neben dem Rennsteig

Nach 40 Jahren DDR ist es erstaunlich, dass es noch einige Kirchen direkt am oder in unmittelbarer Nähe vom Rennsteig gibt. Mein persönlicher Favorit war die Schinkel-Kirche in Masserberg.

Perseiden gucken

Nachthimmel in Oberstaufen

Hier in Köln hätte es kaum Spaß gemacht, am 11. und 12. August Sternschnuppen gucken zu wollen, in Oberstaufen in Richtung Süden (ich weiß, falsche Richtung) boten aber 20 bis 30 Kilometer so gut wie nicht bewohnte Alpenregion exzellente Voraussetzungen, um die Sternschnuppen nach Mitternacht vor dunklem Nachthimmel zu beobachten. Ein besonderes Erlebnis für mich als Städter ist es dann natürlich auch, Teile der Milchstraße zu sehen. Die Sternschnuppen stellten sich dann auch ein, leider ist keine auf meinen Bildern zu sehen – ein scheues Wild, diese Perseiden…

Trotz raufgedrehter ISO-Zahl und 30 Sekunden Belichtung (mehr ging nicht ohne Bulb) war das Ergebnis der Fotokamera enttäuschend, Spaß und Eindrücke angesichts des Nachthimmels haben aber dabei nicht gelitten. Nächstes Jahr in Oberstaufen…