Joachim Meyerhoff ist mit einigen Büchern hervorgetreten, die das Skurile und manchmal auch Traurige seiner Lebensgeschichte dem Publikum nahebrachten. Das für ihn Einnehmende für mich war, dass er auch die eigenen Schwächen und Irrwege nicht ausnahm.
Sein letztes Buch Man kann auch in die Höhe fliegen erschien im letzten Jahr. Es wird notdürftig von einer Rahmenhandlung zusammengehalten: Meyerhoff zieht sich nach Schleswig-Holstein zu seiner Mutter zurück, um die Wirren der Großstadt Berlin und die Anforderungen und Konflikte seiner Patchworkfamilie hinter sich zu legen. Die Vitalität der über 80 Jahre alten Mutter steht im großen Kontrast zum gebeutelten Ich-Erzähler. Allmählich wirken sich jedoch der parkartige Garten und die praktischen Tätigkeiten, die dieser abverlangt, wohltuend aus.
Eingestreut in diesen Rahmen sind Geschichten eigenwilliger Inszenierungen, die Meyerhoff als Schauspieler oder Regisseur erlebt hat: Vom im Beichstuhl Onanierenden, zur Mutter aller Hänger in einer Theateraufführung im Duett mit einem versagenden Kollegen oder zu einer besonderen Aufführung im Gorki-Theater. Diese Aufführung soll als Reverenz an die Schauspielerkolleginnen und -kollegen dienen, die das Theater früher geprägt haben: zu dieser DDR-Vergangenheit gehört z.B. eine Sauna im Theater oder ein Kollege, der akribisch den Applaus, den frühere Stücke eingefahren haben, aufgenommen hat. Das liest sich als Sammlung von kuriosen Begebenheiten und Ideen ganz nett. Mir wurde nicht immer klar, ist das nun in aufgeführte Theaterstücke eingeflossen oder nicht.
Vergleicht man diese Miniaturen und Geschichten mit dem, was Meyerhoff früher vorgelegt hat, erscheint mir dieser Band als allzu beliebig und zusammengestoppelt. Kann man, muss man aber nicht wirklich lesen…

Der amtierende Bundeskanzler steht mit der von ihm geführten SPD bei gerade mal um die 15 %, gebärdet sich aber, als sei er noch für Überraschungen gut. Er hat nicht einfache Umstände zu verarbeiten gehabt, das sei ihm zugestanden. Wer aber eine Christine Lambrecht als Verteidigungsministerin präsentiert, der ihre kosmetischen Behandlungen wichtiger waren als sich die Einweisungen in ihr Fachgebiet zu Gemüte zu führen. Wer mit kaum nachvollziehbaren Gedächtnislücken zum Thema Steuerverkürzung der Warburg-Bank auffiel. Wer als Scholzomat mit geringem Gespür für kommunikative Nuancen auffiel und nach außen häufig den Eindruck erweckte, die anderen seien einfach zu blöd. Wer den schwarzen CDU-Minister Chialo als „Hofnarr” meint bezeichnen zu müssen und wer in einer internen SPD-Sitzung schließlich abweichende Ministermeinungen der grünen Koaltionspartner zum Thema Ukraine-Krieg als „unpatriotisch” bewertete, der sollte jetzt von der politischen Macht entbunden werden.

Dieser Dylan-Titel fiel mir ein, als ich mich auf unterschiedliche Art angebaggert fühlte. Da gibt es die gröbere Variante („untervögelt”). Mails dieser Art kommen etwa so zahlreich wie Hinweise auf Treppenlifte, Wärmedecken und Viagra-Produkte – schon eine bezeichnende Mischung. Dazu kommen die etwas intellektueller daherkommenden Kontaktangebote, gerne über linked.in. Werde dort in Zukunft Kontaktanfragen noch vorsichtiger beantworten. Und ja: Ein bisschen Bereitschaft auf Schmeichelei zu reagieren, ist vielleicht auch im Spiel. Ich weiß aber auch, in welcher Altersliga ich spiele und nichts ist peinlicher als darüber hinwegtäuschen zu wollen.
Kürzlich geschenkt bekommen und als lesenswertes Buch betrachtet, alleine der Hype um das Buch ist übertrieben in meinen Augen.


Jede/r Spanienreisende hat vermutlich auf öffentlichen Plätzen oder in der Hotel-Lobby schon mal eine Flamenco-Aufführung gesehen, die mit Recht schnell wieder vergessen ist: Akteure, die eher lieblos ihr Repertoire abspulen, Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich zum Mitklatschen animiert fühlen und den Takt und die nicht soo einfachen Rhythmen nicht erfassen, eine Umgebung, die eher ablenkt…
Noch 14 Tage bis zum Wahltag in den USA. Wichtig, noch einmal daran zu erinnern, wie verheerend eine 2. Präsidentschaft Trump für die USA und für die übrige Welt wären.