Stolperstein für Paul Jünger in Wallmenroth (3.2.2022)

der Stolperstein unten am rechten Bildrand

Vielleicht gerade heute wert, hervorgehoben zu werden: Für Paul Jünger, am 25.2.1941 in Hadamar als Opfer der sog. T4-Aktion ermordet, wurde am 3.2.2022 in Wallmenroth in unmittelbarer Nähe der Hauptstraße ein Stolperstein verlegt. Damit wurde mein Verwandter ein Stück weit wieder in die Familie und die Gesellschaft zurückgeholt und nachträglich rehabilitiert. Viele Schülerinnen und Schüler aus benachbarten Schulen waren beteiligt (und nicht nur anwesend). Das Kreuz im Vordergrund besteht aus Teelichtern, von denen jedes einzelne für einen Ermordeten im Umkreis von Betzdorf und Wallmenroth stand. Für alle – jedenfalls für mich – ein bewegender Moment. (Ein 2. Stolperstein wurde unweit von dem obigen ebenfalls in Wallmenroth verlegt. Er galt Otto Schneider, der sich in Verzweiflung über die bereits gefallenen Brüder und den sinnlosen Einberufsbefehl am 4. Februar 1945 das Leben nahm.)

Holocaust-Gedenktag

Schön ist es nicht, an das heute erinnert werden muss: Am 27.1.1945 erreichten russische Truppen das Vernichtungslager Auschwitz und konnten zumindest einige wenige Jüdinnen und Juden vor der Vernichtung bewahren. Es ist aber konstitutiv für die Bundesrepublik Deutschland, dass dieser beispiellose Genozid nicht relativiert oder sogar als Fliegenschiss in der deutschen Geschichte (Gauland, AfD) verharmlost wird, sondern erinnert wird. Das soll kein weiteres mal geschehen, weder hier noch sonstwo.

Erfreulich, dass auf meiner Straße in Köln-Ehrenfeld heute jemand den Stolperstein poliert hatte und eine Rose und eine Kerze zur Erinnerung gefunden hatte.

Im Bundestag erinnerten eine sehr alte Jüdin und eine sehr junge an dieses Ereignis: Charlotte Knobloch und Marina Weisband. Jüdische Menschen verwenden übrigens eher den Begriff Shoah.

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