“Journey through the past” (Berlin 1931) / #3

Somehow weird or even pervert: To choose from a list those names that sound “jewish” . Welcome to Berlin 1931, a few months before the Nazis and some years before the Shoah. The picture above suggests really nothing of this drama. In any case I wanted to give those of the school mates of my mother a name that were endangered or slaughtered by the Nazis.

These are further names I found information on:
Lore Strauss, born 2/14/1924. Combined with this name I found also the name “Lore Allard”, she was pupil at the Privaten Waldschule Kaliski, a school that could give quite a lot of attenders a shelter for some time. Lore Allard (Strauss) is mentioned with a letter to L. Kaliski from London dating 11/16/1981. If she is the Lore Strauss from my mother’s school, she had survived the Shoah.
Hanna Markus: The Yad Vashem data base reveals a person called “Hanchen Markus”, from Berlin, but born in 1922. Result unclear
Ruth Baer: for a Ruth Bähr, also born in 1924, living in Berlin, the Yad Vashem data base says “Während des Krieges war sie in Chelmno, Polen. Ruth wurde in der Schoah ermordet.” [She was during the war in Chelmno, Polen. Ruth was murdered during the Shoah.] For another Ruth Bähr the same data base says: “Ruth Bähr wurde 1924 geboren. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte sie in Berlin, Deutsches Reich. Während des Krieges war sie in Berlin, Deutsches Reich und wurde mit transport 4 von Berlin, Berlin (Berlin), Stadt Berlin, Deutsches Reich nach Lodz, Getto, Polen am 01/11/1941 deportiert. Ruth wurde in der Schoah ermordet.” [Ruth Baehr was born in 1924. Prior to WWII she lived in Berlin, Germany. During the war she was in Berlin, Germany. Deported with Transport 4 from Berlin, Berlin (Berlin), City of Berlin, Germany to Lodz,Ghetto,Poland on 01/11/1941. Ruth was murdered in the Shoah.] Whether one of these persons by the name of Ruth Bähr is identical with Ruth Baer, is hard to decide, but possible.

The name list (of my grandmother?) is not that reliable. So I show a picture of the whole form of my mother at a school party on top of this page.

A list of those on the picture, but the list was obviously produced later.

Mitschülerinnen der Mutter (Berlin 1931) – #3

Es ist schon pervers im Wortsinne von “verdreht”: Um mögliche jüdische Mitschülerinnen meiner Mutter und ihr Schicksal von 1933 bis 1945 zu ermitteln, mache ich mir die gleiche Brille zu eigen wie weiland die Nazis: Anhand der Namen auf diese ohnehin problematische Kategorie “Juden” (vergleiche die Diskussion zum Stichwort “Rasse”) zu schließen. Andererseits möchte ich in jedem Fall an die bedrohten oder vielleicht ermordeten Menschen von damals erinnern.

Nun, das sind Namen von Mitschülerinnen meiner Mutter, zu denen ich Informationen fand:
Lore Strauss, geboren 14.2.1924, diesem Namen zugeordnet fand ich auch den Namen “Lore Allard”, war Schülerin der Privaten Waldschule Kaliski. Von ihr stammt ein Brief an L. Kaliski aus London vom 16.11.1981. Wenn es die Lore Strauss aus der Schule meiner Mutter wäre, wäre sie der Shoah entkommen.
Hanna Markus: Die Yad Vashem-Datenbank verzeichnet eine “Hanchen Markus”, wohl auch Berlin, aber Jahrgang 1922. Befund unklar
Ruth Baer: zu einer Ruth Bähr, ebenfalls Jahrgang 1924, ebenfalls Wohnort Berlin, vermerkt die Yad Vashem-Datenbank “Während des Krieges war sie in Chelmno, Polen. Ruth wurde in der Schoah ermordet.” Zu einer weiteren Ruth Bähr vermerkt die gleiche Datenbank: “Ruth Bähr wurde 1924 geboren. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte sie in Berlin, Deutsches Reich. Während des Krieges war sie in Berlin, Deutsches Reich und wurde mit transport 4 von Berlin, Berlin (Berlin), Stadt Berlin, Deutsches Reich nach Lodz, Getto, Polen am 01/11/1941 deportiert. Ruth wurde in der Schoah ermordet.” Ob eine von den beiden mit dem Namen Ruth Bähr aufgeführten Frauen mit Ruth Baer identisch ist, kann nicht entschieden werden, ist aber möglich.

Die Zuordnung der Namen zu den Gesichtern auf den Fotos kann nicht eindeutig vorgenommen werden. Daher oben ein Gesamtbild der Klasse meiner Mutter von einem Schulfest.

Eine Namensliste der Photographierten, die offensichtlich aber viel später angeferfertigt wurde.

Grundschulfreunde der Mutter (Berlin 1931) – #2

  Kein Mensch käme auf die Idee, diese sorglosen Bilder mit dem wenige Zeit nachfolgenden, von Deutschen begangenen Völkermord in Verbindung zu bringen: Ein knappes Dutzend Mädchen hat offenbar Spaß auf einer Geburtstagsfeier im Mai 1931 in Berlin. Ich fand diese Bilder ebenfalls im Fotoalbum meiner Mutter, vermutlich aufgenommen von meiner Großmutter. Sie zeigen Lili Cassel (die 1. in der Reihe auf dem obersten Bild), meine Mutter ist dort die vorletzte. Glücklicher Weise konnte Lili Cassel gemeinsam mit ihrer Schwester Ewa zunächst nach England entkommen. Später emigrierte die ganze Familie in die USA.

Im Jahre 1952 heiratete Lili ihren Mann Erich Wronker. In ihrem Berufsleben wurde sie eine anerkannte Illustratorin (u.a. von Kinderbüchern) und professionelle Schriftgestalterin. Ohne besonders religiös aufgewachsen zu sein, zeichnete sie sich auch als Kalligraphin für in Hebräisch geschriebene Texte aus. Bei ihrem Tod im Januar 2019 erhielt sie sogar im der  NY Times einen Nachruf. Shalom, Lili

Ein Brief aus dem Jahre 1933 an das Kindermädchen findet sich hier.
Ein Londoner Tagebuch mit zahlreichen Illustrationen aus dem englischen Exil gibt es ebenfalls.

“Journey through the past” (Berlin 1931) / #2

 

No one would associate these pictures with the genocide to come: Many girls having fun at a birthday party. I also found these pictures in the photo album of my mother. It shows Lili Cassel (first in the row, picture on top) with her friends in May 1931 in Berlin. My mother is the second to last. Fortunately Lili Cassel could escape to England with her sister Ewa. Later the whole family emigrated to the U.S.

In 1952 Lili married Erich Wronker and was in her professional life a renowned illustrator of books and a Hebrew calligrapher and typograph. She got an obituary in the NY Times when she died in January 2019. Shalom, Lili

A letter to Lili’s nanny from 1933 can be seen here.

See also the London Diary.