Mehr Gälisches aus Irland & Schottland

Viel Spaß mit meinen neuen Funden.

Irish Folk – revisited

Ich geb’s ja zu: Ich bin abhängig von regelmäßiger Zufuhr an irischer Musik, vorzugsweise live. Da aber auch das Geld für regelmäßige Irlandbesuche verdient werden muss, freut es mich, wenn rté, der irische Fernseh- und Rundfunksender, und TG4 junge Künstler aus der Sparte Irish Folk mit zeitgemäßer Optik und gutem Klang präsentiert. Hier eine Sammlung meiner Streifzüge. Viel Spaß.

Rocky Road to Dublin / Lankum

Foggy Dew / Daoirí Farrell

The Parting Glass / Freddie White

Green Fields of France / Niall Hanna and Niamh Farrell

The Town I Loved so Well / The Henry Girls

A Rainy Night in Soho / Steo Wall

Eleanór na Rún / Linda Nic Leóid & Niamh Farrell

Noch ein inhabergeführtes Fachgeschäft weg – dieses Mal Tonger

Ich hatte immer schon einen Packen Gitarrensaiten mehr gekauft, als ich eigentlich brauchte. Hat aber nichts genutzt. Nachdem Tonger schon verschiedentlich sein Quartier gewechselt hat (Am Hof, Nähe Dom – Nord-Süd-Fahrt – zum Schluss in der Zeughausstraße) scheint nun nach 197 Jahren Schicht im Schacht zu sein.

Sehr schade: Musicstore draußen in Kalk ist echt weit weg und hat den Charme einer Bahnhofsvorhalle. Die Geiz-ist-geil-Mentalität ist sehr kurzsichtig und wird den Leuten, die ein Instrument auch mal in die Hand nehmen wollen, das Stöbern, Sichten und Probieren nicht mehr lange möglich machen. Support your local dealer kann ich nur neudeutsch sagen.

Pharrell Williams verbietet sich „Happy“

Der amerikanische Vollpfosten*, so herz- wie hirnlos, hatte nichts besseres zu tun, als am Tag des Attentats auf eine jüdische Synagoge in Pittsburgh mit 11 Toten das Lied „Happy“ auf einer Wahlkampfveranstaltung spielen zu lassen. Das Stück stammt von Pharrell Williams, der mir noch eher durch Get lucky, was mächtig in Beine und Ohren geht, bekannt war.

Pharrell hat – vertreten durch seinen Anwalt – mit deutlichen Worten sich einen derartigen Missbrauch seines Liedes unter solchen Umständen verbeten und Klage angedroht, die sich auf alle Songs von Pharrell bezieht.

On the day of the mass murder of 11 human beings at the hands of a deranged ‘nationalist,’ you played his [i.e. Pharrells] song ‘Happy’ to a crowd at a political event in Indiana […] There was nothing ‘happy’ about the tragedy inflicted upon our country on Saturday and no permission was granted for your use of this song for this purpose.

Danke, Pharrell

* Eigentlich liegt mir Unhöflichkeit fern. Wenn der mächtigste Mann der Erde wiederholt andere Leute nachäfft, sich über den Missbrauch von Frauen lustig macht oder ihn selbst betreibt und an die niedrigsten Gefühle seiner Wähler appelliert, hat er seinen Anspruch auf Höflichkeit verwirkt.

„Junge Stimmen für Afrika” – Oper für Anfänger und Fortgeschrittene

In denkbar unspektakulärem Ambiente – der Pfarrsaal von St. Anna am Christine-Teusch-Platz ist praktisch, aber wahrlich keine Schönheit – fand gestern schon zum 14. Mal eine Kombination aus Benefiz- und Opernkonzert statt. Raum und Anlass stellt dabei der Kirchturm St. Anna zur Verfügung – eine eigenständige Pfarrei gibt es schon lange nicht mehr. Unterstützt wird nämlich ein Projekt in Ligunga / Tansania, das von St. Anna schon seit 40 Jahren gefördert wird.

Der künstlerische Part dieser Veranstaltung wird von Thomas Heyer und seinen Meisterschülerinnen und -schülern gefüllt. Sie halten an der Tradition fest, hier im familiären Umfeld – Professor Heyer wohnte bis vor wenigen Jahren Wand an Wand zu St. Anna – auch Neulingen auf der Bühne eine erste Auftrittsgelegenheit zu geben. Dass dann auch die erfahrenen Schülerinnen und Schüler, die in Frankfurt oder anderen bedeutenden Opernhäuser auftreten, weiterhin sich hier ein Stelldichein geben, ist ein Riesenglück für St. Anna und alle Opern- und Operettenliebhaber*innen im ganzen Sprengel.

Auch gestern steigerte sich der Applaus kontinuierlich von Beginn bis zum Ende der 2 1/2-stündigen Vorführung. Schwerpunkte waren die italienisch-sprachige Oper (ich war hingerissen von der Figaro-Arie Largo al Factotum), russisch-sprachige Stücke sowie zum Schluss deutschsprachige Einlagen aus Operetten („Der keusche Josef” – allerliebst als Duett). Erstaunlich, wie manche Anwesende offenbar jedes Wort leise mitsingen konnten. Das Ganze wird noch dazu von Thomas Heyer sehr unterhaltsam moderiert und manches zu den Besonderheiten der Stücke erklärt, so dass man die speziellen Anforderungen mancher Stücke erahnen kann.

Wenn man bedenkt, dass man hier nur 10 Meter von der Bühne entfernt sitzen kann (vergleichbare Plätze in Opernhäusern kosten gerne auch mal dreistellige Euro-Beträge), ist dies der ideale Einstieg für alle Menschen, die das Unterhaltsame und Anrührende des Opern- und Operettengesangs in konzentrierter Form kennenlernen wollen. Hat man sich dann als Scheinwerfer vor dem Sammelkorb betätigt, kann man beschwingt und gut unterhalten nach Hause gehen.

1. Krätzscher-Fest in Köln: Sakkokolonia – einfach klasse…

Passt eigentlich nur bedingt zusammen, war mein erster Eindruck mit dem Flyer in der Hand: Eine Kleinkunst wie das kölner Krätzscher (kurze Stehgreif-Lieder zu alltäglichen Themen wie sie unter anderem von Philipp Oebel oder Gerd Köster/Frank Hocker gesungen werden) und dazu ein ganzes Fest, das dann vielleicht doch als Bühne und Präsentationsform zu groß und zu herausgehoben sein könnte. Letztlich erwies es sich aber, dass vor allen Dingen die Personen und Inhalte zählen.

1. Krätzscher-Fest in Köln: Sakkokolonia – einfach klasse… weiterlesen