Ich wiederhole mich: Häufig empfinde ich das Programm der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender als Zumutung. Wie wohltuend, von zwei Ausnahmen zu berichten:
Rapa – 6 Folgen, spielt in Galizien in Nordspanien. Die ermittelnde Maite (Mónica López), zwischenzeitlich außer Dienst nach Schusswaffengebrauch, ermittelt in zwei Mordfällen und einer Vergewaltigung. Sie ist der Typ Frau mit einer Hälfte Charme und einer Hälfte professioneller Distanz. Auch winzige Veränderungen ihrer Miene sagen viel aus. An ihrer Seite befindet sich Tomás (Javier Cámara), ein an ALS leidender Lehrer, der ein kongenialer Partner ist. Auch wenn er sich mit dem Stock fortbewegen muss, ist er für Maite attraktiv. Es knistert gehörig zwischen den beiden. Dazu schöne Landschaftsaufnahmen aus Galizien und gute Filmmusik. Konflikte um ein umweltgefährdendes Abbauvorhaben lassen die Idylle nicht ins Kraut schießen. Sehr lohnend und bis auf weiteres in der arte-Mediathek:
Spuren, 4 Folgen in der ersten Staffel, mit Nina Kunzendorf als Chefermittlerin Barbara Kramer. Nach dem Mord an einer jungen Frau in einem würtembergischen Weinort gerät zunächst der Ehemann unter Verdacht. Kurze Zeit später wird nicht allzu weit entfernt eine zweite Frau ermordet. Das ermittelnde Team muss wirklich alle Register ziehen, um auch nur einen halbwegs erfolgversprechenden Ansatz zu finden. Weiter hilft ein Blick ins Ausland nach verwandten Fällen. Sowohl DNA-Untersuchungen als auch die Auswertung von Mautdaten erweisen sich letztlich als Trumpfkarte. Gute darstellerische Leistungen und ein Blick auf die Mühen der Polizeiarbeit sprechen den Grips der Zuschauer(in) an und werben für diese Serie. Bis auf weiteres in der ard-Mediathek: