Schneller als die Angst – Fernsehen mal spannend und attraktiv

Friederike Becht als Sunny

Es geht mir wahrscheinlich nicht alleine so: Vieles von dem, was das Öffentlich-Rechtliche an Filmen produziert, ist schnarchlangweilig und kann nicht wirklich überzeugen. Schön, wenn es Ausnahmen wie jetzt mit dem Sechsteiler „Schneller als die Angst” (ARD) gibt.

Der Plot zerfällt in zwei Teile: Die junge Kommissarin Sunny vom LKA Magdeburg steigt nach einer Auszeit, die ihre Vergewaltigung erzwungen hat, wieder in den Dienst ein. Sie hat begründet die Vermutung, einen ihrer eigenen Kollegen der Tat zu verdächtigen. Handlungsstrang II dreht sich um André Haffner, einen wahlweise charmanten, dann wieder durchtriebenen und brutalen Frauenmörder. Gespielt wird Haffner von Felix Klare, der als Herr Botz im Stuttgarter Tatort im Vergleich zu dieser Krimiserie nur Fingerübungen verrichtet, quasi Pille-Palle. Sunny, dargestellt von Friederike Becht, fällt gegenüber Klare in keiner Weise ab. Ihre Panikattacken und ihr Schwanken zwischen dem Wunsch, sich mit den Kolleginnen und Kollegen gemein zu machen, und ihrem Misstrauen werden glaubhaft dargestellt. Auch die weiteren Rollen halten da Schritt: der von allen erst mal ausgegrenzte Thorsten („Brandenburg”), dargestellt von Andreas Döhler, oder der direkte Vorgesetzte Ralf alias Thomas Loibl. Vielleicht muss der böse Haffner nicht gerade Beaudelaires Blumen des Bösen zitieren. Das ist dann doch ein bisschen aufgesetzt und viel.

Schneller Schnitt und viele Nahaufnahmen sorgen für den nötigen Drive. Von solchen Krimis gegen Routine und 08/15-Muster gerne mehr.

Hier ein Link auf die Folge 1 des Sechsteilers. Die ARD-Webseite spricht von einer Pilot-Serie. Eine Fortsetzung wäre prima.

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